Tipps für Wirtschaftsblogger – Den Mittelweg finden

Posted By on 02/05/2015

Scrollt man dieser Tage durch die neusten Meldungen aus aller Welt, dominiert die Griechenlandkrise sämtliche Informationsportale. Als ich im Jahr 2012 meinen Familienurlaub auf der paradiesischen Insel Kreta verlebte, waren die vorherrschenden Problematiken bereits hinlänglich bekannt: Ein Schuldenschnitt der im März angesetzt wurde, sorgte jedoch nur kurz für Klarheit. Ergänzungen und Streichungen vieler verschiedener Maßnahmen, standen fortan im Fokus.

Die Ursachen für die griechische Schieflage sind keinesfalls eindeutig. Doch während Ökonomen sich gegenseitig die Schuld am Dilemma geben, verändert sich auch die Situation der Nachrichtendienste. Deutliche und aussagekräftige Worte, birgen dabei gesellschaftlichen Zündstoff. Ganz einfach, weil es keine eindeutigen Aussagen gibt. Auch für Blogger eine unangenehme Sachlage.

Denn wer würde nicht gerne einfach immer direkt drauf losschreiben? Ohne lange Planung, oder bereits tausendmal durchgekautetes Muster? Was Blogger anderer Rubriken problemlos können, ist für Wirtschaftsblogger (zumindest wenn sie seriös erscheinen wollen) nicht immer so leicht. Ein genaues Verständnis der aktuellen Fakten, ist dabei ebenso relevant, wie eine durchdachte Beitragsstrategie. Wie verfolge ich ein Thema und welcher Kategorie von Bloggern ordne ich mich zu? Nur eine Frage von vielen.

Mann schreibt auf einem MacBook

Mit diesen Tipps holen Wirtschaftsblogger mehr aus ihrem Blog

Die verschiedenen Arten von Wirtschaftsbloggern

Während man auf Kreta 2012 beruhigt zum Geldautomat schreiten konnte, gestaltet sich die Lage drei Jahre später gänzlich anders. Lediglich 60 € dürfen die griechischen Bürger dieser Tage noch pro Tag abheben. Touristen sind davon zwar angeblich nicht betroffen, jedoch mehren sich die Stimmen, die von den exakt gleichen Einschränkungen ausgehen. Um beim konkreten Beispiel Griechenland zu bleiben, möchte ich für die kommenden Erläuterungen drei Textbeiträge auswählen, die das Thema von drei verschiedenen Seiten, auf unterschiedlichste Art und Weise behandeln.

1.) Pressemitteilungsportal ,,firmenpresse“
Beitrag: http://www.firmenpresse.de/pressinfo1231428/griechenland-was-urlauber-jetzt-wissen-muessen.html
Für den Blogger interessant:
Der Beitrag ist im faktenlastigen ,,Auf-den-Punkt-gebracht“-Stil verfasst, was aber nicht bedeutet, dass wichtige Informationen verloren gehen. In diesem Fall ist der Beitrag der ARAG sogar fundierter als die aktuellen Nachrichtenbeiträge, in welchen es hieß Touristen hätten beim Abheben von Bargeld keinerlei Probleme. Das dies lokal stark schwanken kann, wird dabei in keinem Fall erwähnt, was der ARAG, je nach dem ob die Meldungen sich bestätigen, einen Vorteil beim Buhlen um die Gunst der Leser einbringt. Nur wer es schafft, seine Informationen in aller Kürze vorzutragen, überzeugt im Trubel der zahlreichen Blogger. Wirklich? Nein, nicht ganz…

… denn natürlich gibt es verschiedene Themenbereiche und natürlich auch verschiedene Anforderungen. Weswegen sich mein zweites Beispiel auf einen eher spezifischen Blogger bezieht.

2.) Blogger ,,Björn Junker“
Beitrag: https://bjoernjunker.wordpress.com/2015/06/29/goldpreis-profitiert-zunachst-kaum-griechenland-drama-erreicht-den-dax/
Für den Blogger interessant:
Bjön Junker ist ein Fachmann für Rohstoffe. Seine Annäherungsweise an den Beitrag ist insofern interessant, als das er die Auswirkungen des von ihm so benannten ,,Griechenlanddrams“ auf ausschließlich einer Ebene betrachtet. Und zwar auf seiner eigenen. Sicher könnte er auch etwas zum Thema Bargeld und Geldautomaten sagen, jedoch favorisiert er es als Experte zu fungieren, welcher sich nicht mit Halbwahrheiten und persönlichen Bewertungen aufhält, sondern einerseits direkt zur Sache kommt und andererseits in einem lockeren und leicht verständlichen Ton, über ein für den Laien hochkomplexes Thema spricht. Eine revolutionäre Erkenntnis? Keineswegs, aber ein erster Schritt um den eigenen Blog klar zu definieren.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Nein, ich möchte hier keinesfalls Werbung für einen Blog betreiben und auch niemanden dazu bewegen, einen Querschnitt aus allen hier vorgestellten Blogs als unumstößliches Erfolgsrezept heranzuziehen. Jedoch lohnt es sich, alle Beispiele genau zu studieren, wie ihr am Ende feststellen werdet. Kommen wir also ohne große Umschweife zum letzten Vertreter, bevor wir mit der Auswertung beginnen…

3.) Blog-Team Börse Global
Beitrag: http://www.boerse-global.de/allianz-wie-problematisch-waere-die-griechenland-pleite/
Für den Blogger interessant:
Wie bereits im ersten Beispiel, handelt es sich bei Börse Global um eine Plattform im News-Style. Der Unterschied liegt hier allerdings im Detail: Die scheinbar im Markt verwurzelten Urheber, verstehen es durch die Vermischung von Fach- und Alltagssprache gekonnt den Leser zu unterhalten… wenn man das so interpretieren mag. Wie auch im zweiten Beispiel, steht nicht etwa das breit gefächerte Thema Griechenlandkrise als Ganzes im Fokus, sondern der Bereich Unternehmen (Versicherung Allianz). Eine perfekte Mischung, stellt Börse Global zwar nicht da, dennoch ist der hier angewandte Schreibstil sehr angenehm und lässt darüber hinaus keine Fakten aus. Und noch etwas ist interessant: Dramatisch aufgebaut, verliert der Artikel zum Ende hin an Brisanz. Ein Muster das schon immer angewendet wurde und jedes Mal aufs Neue gut funktioniert: Meldungen, die eigentlich kaum erwähnenswert sind, können so ansprechend präsentiert werden.

Die Auswertung

Kommen wir nun zur Zusammentragung aller Fakten. Wer als Wirtschaftsblogger erfolgreich sein will, sollte unter anderem folgende Dinge beachten:

1.) Perspektive festlegen
-> Wer bin ich? Was kann ich für Mehrwerte anbieten?

2.) Faktenlastige Beiträge verfassen
-> Was ist konkret passiert? Welche Zahlen werden besonders genannt?

3.) Unterhaltung nicht vernachlässigen(aber auch nich zu stark verherrlichen)
-> Wie erreiche ich meine Leserschaft am Besten? Für wen will ich überhaupt schreiben?

4.) Qualitativ hochwertige Quellen heranziehen
-> Kenne ich Börsenmakler oder Bänker? Welche Portale sind zuverlässig?

Weitere Tipps

Natürlich sind die vier hier genannten Punkte nicht alles, zu stark einengen, sollte man sich aber auch nicht lassen. Weitere mögliche Ansätze, könnten z.B. die Schaltung eines Youtube-Kanals sein. Wer hier einfache Erklärungen anbietet, kann mit einem symphatischen Auftreten in ein noch fast leeres Segment stoßen. So gibt es zwar viele Dokumentationen, gerade zur Wirtschaftskrisen und anderen Schieflagen, konkrete grundsätzliche Wissensstände aber existieren kaum. Wofür wird Prozessmanagement Software verwendet? Oder was für Managementkonzepte gibt es? Zwei mögliche Fragen.

Auch gibt es nicht den perfekten Schreibstil. Das beste Beispiel, stellt in diesem Fall der Blog wirtschafteinfach.de dar: Der Autor Steffen schreibt hier über die verschiedensten Themen und nimmt dabei häufig kein Blatt vor den Mund. Sicher nicht jedermanns Sache, aber dennoch ein neuer, frischer Ansatz. Allein die Einleitung des aktuellen Beitrags (http://www.wirtschafteinfach.de/coca-cola-faelschung/#comments), könnte individueller nicht sein:,,Ich fange jetzt auch an mit den reißerischen Schlagzeilen. Ich hab’s satt hier immer meine Aussagen abzuwägen und am Ende liest es sich deswegen kein Schwein durch.“ Ob Provokation immer erfolgsversprechend ist, muss jeder Blogger aber für sich selbst herausfinden. Je nach dem, welcher Kategorie er sich zuordnen möchte.