,,Einmal Kaisers, bitte.“ – Wie die Übernahme durch Edeka den Markt verändert

Posted By on 25/04/2016

Die Übernahme von Kaisers Tengelmann durch einen der größten Anteilseigner des deutschen Lebensmittelhandels beschäftigt derzeit Politik, Angestellte und Kunden gleichermaßen. Was wird sich unter dem blau-gelben E ändern? Bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen der 16.000 Mitarbeiter, werden sie entlassen? Und wer greift ein, sollte Edeka seine dazugewonnene Marktmacht doch missbrauchen? Fragen auf die Wirtschaftsminister Gabriel nur bedingt beschwichtigende Antworten fand.

Trotz aller Bedenken sei er davon überzeugt, dass zumindest die Angestellten nichts zu befürchten hätten. In seiner Pressekonferenz vom 17.03.2016 bezog sich Gabriel auf eine siebenjährige Jobgarantie, welche die Edeka-Gruppe in ihrem Übernahmegesuch noch einmal besonders hervorhob. Das Zusicherungen dieser Art jedoch auch umgangen werden können, wird dabei vom Minister ausgeblendet.

Die Übernahme in den Medien

Mit der Übernahme von Kaisers Tengelmann schließt Edeka lediglich einen bereits im Sommer letzten Jahres begonnenen Prozess ab. Bereits im September berichtete das ZDF, ehe sich zu Beginn diesen Jahres auch die anderen Sendeanstalten dem Thema annahmen. Am Ende steht die nunmehr endgültig beschlossene Übernahme.

Wenn man es ganz genau nimmt, muss jedoch bereits der 18. Februar 2015 als medialer Schicksalstag herangezogen werden: Anhand des damaligen Werbemaskottchens Friedrich Liechtenstein wurde in der Berliner Abendschau erstmals eine Übernahme thematisiert. Virales Marketing, eine Form der Werbung die auch die verbleibenden Kaisersfilialen prägen könnte.

Die Übernahme – Gift für den Wettbewerb?

Sollte Edeka sein Monopol auf Lebensmittel in den betroffenen Regionen ausspielen, drohen den Kunden sowie den Zulieferern höhere, bzw. niedrigere Preise. Gerade in Vorstadtregionen wie Berlin-Spandau, in der es derzeit noch mehrere Kaisersfilialen gibt, könnte die Übernahme einiges bewirken: Bereits Anfang diesen Jahres schloss eine Verkaufsstelle an der Falkenseer Chaussee, wurden kurzzeitig aushängende Jobangebote wieder entfernt.

Unter dem stetigen Preisverfall in deutschen Supermärkten hingegen, leiden Bauern und Kleinbetriebe bereits seit mehreren Jahren. Ein Bericht des Fernsehsenders Deutsche Welle befasste sich intensiv mit den Forderungen benachteiligter Milchbauern, dessen Verdienst bei einem Tütenpreis von 48 Cent extrem niedrig ausfällt. Viel erschreckender ist jedoch die Tatsache, dass besagter Bericht aus dem Jahr 2009 stammt und sich bis heute nichts am aktuellen Trend geändert hat.

Was sagen die Verbraucher selbst?

In den sozialen Netzwerken wird die Übernahme ebenfalls kritisch gesehen. Auf einen provokanten Beitrag der Online-Ausgabe des Focus antworteten die User durchaus abgeneigt und entkräfteten die These, es würde sich bei der angestrebten Fusion um einen potenziellen ,,Aldi-Killer“ handeln. User Andrea gelang zu einem vernichtenden Urteil:,, Zwei teure Supermärkte wachsen zusammen = Aldikiller? Lange nicht so gelacht.“ Ein passender Schlusssatz? Das wird die Zukunft zeigen.